Ein Baby pucken
Ein Baby in eine Decke gepuckt (© depositphotos.com / katrinaelena)

Wird ein Baby geboren, dann ist das eine besonders große Umstellung für den neuen Erdenbürger. War er im Bauch von Mama warm und geborgen in einer Höhle, die alle Geräusche gedämpft hat, erscheint nun alles hell und laut. Zusätzlich dazu haben Babys schon seit Jahrhunderten den Moro-Reflex, der ihnen dabei helfen soll, sich bei Gefahren zu retten. Alle diese Faktoren können für Ihr Baby sehr viel Stress bedeuten. Pucken ist eine Möglichkeit, Ihrem Baby zu helfen, zur Ruhe zu kommen.

Was bedeutet es, ein Baby zu pucken?

Beim Pucken handelt es sich um eine Technik, das Baby in ein Tuch zu wickeln und es auf diese Weise zu beruhigen. Bei dieser Technik liegt das Tuch eng am Körper an und fixiert auf diese Weise die Ärmchen und die Beinchen. Diese Wickeltechnik hat bereits eine lange Tradition und wird in erster Linie bei Babys eingesetzt, die Schwierigkeiten haben, selbst zur Ruhe zu kommen. Bei Schreibabys ist vorher auszuschließen, dass das Schreien körperliche Ursachen hat.

Gepuckt wird nur in den ersten Monaten und auch nur dann, wenn das Baby zur Ruhe kommen und schlafen soll. Wird das Baby im wachen Zustand gepuckt, hat es keine Möglichkeit, sich zu bewegen. Die Bewegung ist jedoch wichtig, damit sich die Muskeln weiterentwickeln und die Wirbelsäule langsam aufrichten kann. Empfohlen wird das Pucken bis zum fünften Lebensmonat. Sobald Ihr Baby beginnt, sich zu drehen, sollte aufgehört werden. Ungefähr zu dieser Zeit lässt jedoch auch der Moro-Reflex nach.

So funktioniert das Pucken richtig

Damit das Pucken der Entwicklung von Babys Hüfte nicht schadet, sollte es fachgerecht durchgeführt werden. Geeignet sind dünne Tücher aus Baumwolle, die atmungsaktiv ist. Es gibt auch spezielle Pucktücher, die durch Knöpfe oder Klettverschluss befestigt werden. Das macht es Ihnen leichter, wenn Sie sich mit dem Wickeln ein wenig schwertun. Mit ein wenig Übung funktioniert es mit einem klassischen 80 x 80 cm Baumwolltuch jedoch sehr gut. Mit der nachfolgenden Anleitung können Sie Ihr Baby pucken:

  1. Legen Sie das Tuch wie eine Raute auf einen Untergrund und schlagen Sie die obere Spitze einmal nach unten ein.
  2. Legen Sie Ihr Baby so auf das Tuch, dass der Nacken auf der Kante liegt.
  3. Sowohl die Arme, als auch die Beine des Babys, sollten am Körper parallel anliegen.
  4. Greifen Sie nun die rechte Seite und legen Sie diese über Ihr Baby. Stecken Sie das Ende der Decke unter dem Rücken schön fest.
  5. Schlagen Sie jetzt die untere Spitze nach oben über den Bauch Ihres Babys. Sie sollte bis an die Brust reichen.
  6. Greifen Sie nun zur linken Seite der Decke und legen Sie diese über den Körper. Die Ecke wird unter dem Körper Ihres Babys festgesteckt.

Wichtig: Das Tuch sollte festsitzen, aber nicht zu fest. Wenn Sie Ihr Baby zu fest pucken, kann es passieren, dass Sie Nerven einklemmen oder mögliche Hüftdysplasien unterstützen. Lassen Sie sich von Ihrer Hebamme die Technik zeigen. So können Sie es gleich unter fachkundiger Aufsicht üben.

Die Vorteile des Puckens

Wickeln Sie Ihr Baby richtig, dann hat das Pucken durchaus einige Vorteile, von denen Sie und Ihr Baby profitieren können. Ihr Baby kann schneller zur Ruhe kommen und hat einen tieferen Schlaf, da der Moro-Reflex es nicht mehr ständig weckt. Zudem kann sich Ihr Baby gepuckt nicht auf den Bauch drehen. Die plötzliche und unerwartete Drehung auf den Bauch gilt als ein Risikofaktor für den Plötzlichen Kindstod.

Gerade für sehr unruhige Babys, die viel und häufig weinen, kann es sehr viel Stress bedeuten, wenn sie keine Begrenzung verspüren und das Gefühl haben, sich zu verlieren. Hier wird das Pucken empfohlen. Es ist jedoch nicht notwendig, ausgeglichene und ruhige Babys zu pucken.

Die Nachteile des Puckens

Es gibt Experten, die immer wieder auch auf die Risiken des Puckens verweisen. Bei einer zu festen Wickeltechnik besteht die Gefahr, dass möglicherweise Nerven abgeklemmt werden. Ebenfalls möglich ist das Risiko für die Entstehung von einer Hüftdysplasie bei einer falschen Wickeltechnik.

Nicht zu unterschätzen ist die Gefahr einer Überhitzung. Gerade dann, wenn Sie eine Decke verwenden, die nicht aus atmungsaktivem Stoff besteht, ist die Gefahr groß. Zudem wird kritisiert, dass sich Babys nicht richtig bewegen können und möglicherweise nicht ausreichend Luft bekommen.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie Ihr Baby korrekt pucken und diese Möglichkeit der Beruhigung nur unter Aufsicht nutzen. Als Alternative bietet sich eine Babyhängematte an. Auch hier entsteht durch den Stoff eine Begrenzung. Ihr Baby hat jedoch die Möglichkeit, die Arme und Beine zu bewegen.

Warum beruhigt das Pucken Babys?

Die Idee hinter dem Pucken, dass eine jahrhundertalte Methode zur Beruhigung der Babys darstellt, ist in erster Linie die Nachbildung des Mutterleibes. Bei sehr unruhigen und weinerlichen Babys wird davon ausgegangen, dass sie Schwierigkeiten haben, in der Welt anzukommen. Durch die Nachstellung der Situation im Mutterleib soll es ihnen einfacher gemacht werden.

Das Pucken holt die Enge aus dem Bauch von Mama zurück und hat gerade deshalb eine sehr beruhigende Wirkung auf Ihr Baby. Wenn Sie dazu noch das Licht ein wenig abdunkeln und eine ruhige Kulisse schaffen, sind die Grundlagen für die Beruhigung von Ihrem Baby gelegt.

Pucken: Die Vor- und Nachteile für Ihr Kind
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